Drivin‘ home for christmas.

…so ging gestern die Fahrt ins wunderbare Heimatdorf los. Mit meinem Bruder auf dem Beifahrersitz und Chris Rea im Radio. In Dauerschleife, um sich endlich ein bisschen auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Bei 9 Grad Celsius Außentemperatur musste man die weihnachtlichen Gefühle nachmittags um 14 Uhr regelrecht erzwingen.

Zwang.

Das war scheinbar auch für Einige das Wort, das den Gang in den Weihnachtsgottesdienst ganz gut beschreibt. Wir haben gestern alle Traditionen gebrochen und haben uns vor der Kirche um 14.30Uhr eingefunden, um seit Jahren mal wieder das Krippenspiel zu besuchen. Der Grund ist schnell zu erklären: Mein jüngster Cousin spielte den Joseph! Als unsere 10-köpfige Familienrunde also Stühle in der Kirche ergatterte, ging das Drama schon los. Hinter uns eine Mutter mit 3 kleinen Kindern, die es lustig fanden gegen die vordere Stuhlreihe zu treten. Das Verständnis dafür war auch nicht dadurch größer, als die Mutter ihrer Bekannten ein paar Sitzplätze weiter davon berichtete, dass sie ja nur allein da sei, weil der Tannenbaum kurz vor der Abfahrt umgekippt sei und ihr Mann jetzt das Schlachtfeld beseitigen müsse. Good job! Der Mann hat definitiv alles richtig gemacht.

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Nachdem die Aufmerksamkeit hinter uns weniger wurde (Irgendwann gewöhnt man sich an dumpfe Geräusche auch!) – stand auf einmal die Reihe vor uns im Rampenlicht. Und ich habe ernsthaft überlegt, ob man das Geschehene überhaupt veröffentlichen kann. Aber was passiert ist, ist passiert. Das hat sich scheinbar auch die alte Dame vor uns gedacht, als sie ca. 5 Minuten vor Gottesdienstbeginn schlagartig aufstand und sich Platz aus der Stuhlreihe verschaffte. Die zwei Damen neben ihr standen auf, ließen die Dame passieren, rückten um einen Platz auf und setzten sich wieder. Ungefähr für eine Minute. Denn dann war klar warum die alte Frau schon vor dem Gottesdienst flüchtete – die Besucherin, die sich auf ihren neuen, gepolsterten Stuhl setzte, wollte wahrscheinlich selbiges tun. In dem Moment habe ich wahrscheinlich viel zu laut das ausgesprochen, was alle gedacht haben – und wurde bestätigt. Meine Gedanken spielten sich irgendwo zwischen unendlichem Mitleid, Lachflash und Ekel ab. Ich lass‘ es jetzt auch einfach so stehen.

„Es ist schließlich Weihnachten!“

Dieser Satz ist gestern nicht nur einmal gefallen. In unserer Familie kommt es selten zum Streit, wenn wir in großer Runde zusammensitzen. Aber die Weihnachtsliederzettel sind jedes Jahr so ein brenzlicher Punkt, an dem alljährlich genörgelt wird und die Stimmung zu kippen drohen könnte. Einfach weil bekanntermaßen die Strophenanzahl auf den Zettelversionen nicht übereinstimmt oder während des Singens „Weihnachtsbaum“ definitiv hörbar von „Weihnachtstisch“ abweicht.

„Das Lied heißt „Am Weihnachtsbaum“ – wie kommt man da auf „-tisch“?“ –  „Weils da so steht!“ zischt es dann von einer beliebigen Ecke des Tisches.

Mein jüngster Cousin machte seinen Job übrigens ziemlich gut. Joseph sprach laut, deutlich und war einfach eloquent. Und seine Maria war zuckersüß. Die Tipps von seinen älteren Cousins, die nächsten 10 Jahre mit ihr in Kontakt bleiben zu müssen, wiegelte er allerdings schnell ab. „Nee, ich find‘ die richtig blöd“. Allgemeine Fassungslosigkeit am Tisch. Die hielt definitiv auch mindestens noch bei meinem Bruder und seiner Begeisterung für Fremdsprachen an, als der Kleinste in der Runde ein lateinisches Weihnachtslied voller Inbrunst für uns trällerte, ehe es zur Bescherung überging.

Aber am Ende des Tages kann ich gar nicht so viel meckern, weil ich einfach froh bin. Unendlich froh, dass ich mit einer großartigen Familie den Heiligabend verbringen kann und letztendlich alle gesund das Jahresende feiern können. Da schwebt dann einfach nur pure Dankbarkeit über den Weihnachtstagen.

In diesem Sinne  – Frohe Weihnachten! :)

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