Die Sache mit den Undertakern

sprache

Meine Mama liebt die englische Sprache. Und hat mich genau deshalb zu diesem MeckerMontags-Artikel inspiriert.

Es wird nämlich immer mal wieder ein bisschen genörgelt, wenn ich zu viele englische Wörter in meinem Redeschwall von mir gebe. Ich bin einfach addicted und merke teilweise gar nicht mehr, wenn ich durch die viele Nutzung von instagram, youtube und Co. wie selbstverständlich von Hauls, OOTD, oder Vlogs spreche. Versteht mich nicht falsch – ich verteufele die englische Sprache nicht, im Gegenteil. Ich bin ein richtiger #languagelover. Manchmal sollte man aber einfach mal innehalten und sich hinterfragen, was man da gerade eigentlich sagt oder mit was man sich so beschäftigt. Dann ist das wieder eine ganz andere Nummer. Aber warum nutzen wir denn jetzt diese englischen Begriffe, um Dinge darzustellen?

Vielleicht weil es albern ist sein youtube-Video mit „Mein Einkauf im Drogeriemarkt“ zu betiteln, aber ein „DM-Haul“ dann schon wieder cool ist? Oder akzeptiert? Und weil sich eigentlich niemand so wichtig nimmt, um sein „Tagesoutfit“ zu fotografieren und der Welt zu präsentieren, wird es schlicht unter dem angesagten hashtag #ootd [outfit of the day] vermarktet. Wenn man sich und seinen Sprachgebrauch jetzt wirklich mal hinterfragt, dann wird es manchmal schon sehr skurril. Da kommen dann echt bedeutsame Fragen auf: „Schmecken french toast anders als Arme Ritter?“, „Tut es eigentlich weh, wenn man schockverliebt ist?“ oder „Auf wen oder was nehme ich eigentlich Einfluss, wenn ich als influencer bezeichnet werde?“

Und da sind wir auch bei einem der schlimmsten Themen in dieser social-media-Welt. Jeder ist irgendwie Unternehmer. Dafür kann man dann auch mal die Schule abbrechen. Keine Frage. Guckt euch die vielen instagram-Profile an: Viele sind selbsternannte „Enterpreneur“ – weil sie eine Kooperationsanfrage einer noch unbekannten Firma per direct message bekommen haben und nun nur so mit Rabattcodes um sich werfen. Aber das ist ein Thema, das ich wahrscheinlich nochmal richtig ausschlachten werden. Da gehts dann eher um Gier und Rücksichtslosigkeit. Ihr merkt das Drama schon, das ich manchmal empfinde, wenn ich meinen instagram-Feed durchscrolle.

Manche Titel und Bezeichnungen sind aber leider nicht nur witzig oder fragwürdig, sondern ziemlich fatal, wenn wir sie 1:1 ins Deutsche übersetzen oder wie selbstverständlich in einer Konversation mit einem Amerikaner verwenden. Der guckt relativ schnell sehr verwundert und skeptisch, wenn wir ihn fragen, ob er Bock hat mit zum Public Viewing zu kommen. Mit einer Einladung zu einer öffentlichen Aufbahrung eines Verstorbenen hat er wahrscheinlich nicht so schnell gerechnet. Würden wir den „Undertaker“ wörtlich als „Unternehmer“ übersetzen, bringt der eigentlich eher Leichen unter die Erde.

Im entferntesten Sinn ja auch irgendwie ein Unternehmer.

In diesem Sinne: Einen guten Start in die Woche!

Ein Gedanke zu “Die Sache mit den Undertakern

  1. omachrista79 sagt:

    Muss mir mal so ein Wörterbuch mit solchen Schlagwörtern besorgen wird es hoffentlich geben aber auch die Jugendsprache von unseren Kids ist sehr cool

    Gefällt mir

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